Komplikationsmanagment – beginnt bereits vor der Operation!!

Jeder operative Eingriff kann zu Komplikationen führen. Diese sind von unterschiedlicher Art und Ausprägung und stehen meist in Relation zum Ausmaß des durchgeführten Eingriffs. Im Vorfeld der anstehenden Operation wird dem Patienten in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch die Risiken und möglichen Komplikationen erklärt. Hierbei handelt es sich typerweise um Komplikationen die mit der Operationstechnik zusammenhängen: Gefahr der Nachblutung, Infektion, Wundheilungstörung und natürlich das erneute Auftreten einer Hernie, das Rezidiv. All dies kann der Patient nicht beeinflussen! Es handelt sich hierbei um verfahrens-technische Folgen eines operativen Eingriffs die meist eine intraoperative Ursache haben, auch wenn sie vielleicht erst viel später zum Ausdruck kommen.
Was aber kann der Patient von seiner Seite aus tun? Welche Möglichkeiten gibt es bereits schon vor dem Eingriff den Ausgang einer Operation positiv zu beeinflussen?
Es gibt ausreichend Belege für den negativen Einfluss von Nikotin auf den Kollagen-Stoffwechsel und Wundheilung. So sollten größere Eingriffe nur unter Nikotinkarenz von mindestens 4 Wochen durchgeführt werden. In manchen Zentren in den USA wird dies inzwischen mittels eines Urintests geprüft!
Eine entscheidende post-operative Komplikation ist die Lungenentzündung…. häufig Folge einer unzureichenden Atemtherapie. Diese sollte bereits vor der Operation begonnen und damit die respiratorische Leistung optimiert werden. Auch ist eine frühe Mobilisation direkt nach dem Eingriff die wirksamste Prophylaxe gegen eine Thrombose und Embolie.
Je trainierter man also in das „operative Rennen“ geht umso besser… das Komplikationsmanagment beginnt bereits vor der Operation und das durch den Patienten selber!

Aus: „Komplikationsmanagement bei der offenen Ventralhernienchirurgie“, Vortrag Dr. Conze auf Hamburger Hernientage 24.-25.1.2014

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2 Responses to Komplikationsmanagment – beginnt bereits vor der Operation!!

  1. Sven says:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin 29 Jahre alt und habe in den letzten 5 Jahren 4 Leistenbruch-OP´s hinter mir. Zunächst wurde die rechte Seite mit einem Nahtverfahren operiert. Wenig später die linke Seite. Ebenfalls mit Nahtverfahren. Nach 1,5 Jahren brach die rechte Seite erneut. Es wurde ein Kunststoffnetz eingenäht. Zuletzt habe ich mich endoskopisch an beiden Seiten operieren lassen. Es wurden 2 Netze eingeklebt. Die ganzen OP´s haben Spuren hinterlassen. Ich bin Sportinvalide und bin schmerzbedingt in meinen Bewegungen eingeschränkt. Meinen Bürojob kann ich noch ausüben. Ich bin in großer Sorge, dass ich meinen Job jedoch bei weiteren Leistenbrüchen verlieren werde. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, Leistenbrüche zu verhindern? Wie oft kann ich mich noch operieren lassen, ohne erhebliche Schäden an meiner Gesundheit zu riskieren? Gibt es noch eine OP-Methode, die bei mehrfach aufgetretenen Leistenbrüchen Erfolg verspricht?

  2. Tim Schulz says:

    Guten Tag,

    ich habe auch schon 3 Operationen wegen meines Leistenbruchs gehabt. Die erste war 2010 ohne Netz, die zweite 2012 mit Netz. Die dritte erfolgte vor ca. 3 Wochen minimalinvasiv. Mittlerweile geht es mir wieder einigermaßen gut. Die ersten Tage waren jedoch schlimm. Der Leistenbruch war groß und es lagen einige Verwachsungen vor. Natürlich habe ich Angst, dass die Operation auch diesmal nicht funktioniert hat. Was kann ich im Falle eines neuen Bruchs noch tun? Soll ich den Bruch dann einfach belassen? Nochmal operieren stelle ich mir problematisch vor. Wie sehen Sie das? Die Ärzte erzählten von hohen Erfolgsquoten. Das stimmt wohl so nicht. Ich kenne mehrere Leute, die ebenfalls mehrfach operiert wurden. Ich bin völlig verunsichert und enttäuscht. Ich bin noch nicht so alt und werde meine Leisten noch ein paar Jahrzehnte beanspruchen müssen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tim Schulz

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